Bei-Fuss-Gehen ist wie Marmelade…..

Bei Fuss gehen…. Mit Freude!!!!

Mein erster Blogartikel 2020!!! 

Ich freue mich ein bisschen auf meinen (einzigen) Vorsatz für dieses neue Jahr: wenn es irgendwie klappt, regelmässig Blogartikel zu posten….

Und als erstes würde ich gerne ein paar Gedanken mit Euch teilen, zu dem Begriff „freudig“.

Denn neben der Position Schulter auf Kniehöhe (was ja eigentlich Achsenhöhe ist), und dem Anspruch, der Hund solle „aufmerksam“ sein (was ja eigentlich konstanten Blickkontakt meint…🙃), sollen unsere Hunde beim Beifussgehen auch freudig sein! Steht ausdrücklich so in den Prüfungsordnungen!

Und sie sollen es SEIN….,  nicht „nur-so-aussehen“…

Was soll denn FREUDIG Bei-Fuß-gehen genau heissen???

Ich habe nachgeschlagen. Im Duden steht zu „freudig“ die Bedeutung: von Freude erfüllt.

Wann sind Eure Hunde „von Freude erfüllt“ ? Ich würde sagen, in der Regel beim draussen herumtoben, beim Spielen, beim leckere Sachen fressen…

„Freudig“ muss intensiv sein. „Von Freude erfüllt“ hat auch etwas erfülltes oder erfüllendes. 

Es ist nicht nur ein kurzer Moment, in dem man glücklich ist oder auch ein länger anhaltender Zustand, in dem man "nur" zufrieden ist.

Wenn Ihr Euch nun Eure Hunde vorstellt, wie sie miteinander spielen oder auch mit Euch spielen, wie sie darin so richtig vertieft sind und die Welt (und manchmal auch so manches Kommando  völlig vergessen😊. ) Weil eben dieses Freude an der Sache sie so vollständig ausfüllt.

Wie sehen Eure Hunde aus dabei?

Sie spielen mit Euch, sie springen vor Euch hoch, schmeissen ein Spielzeug in die Luft, springen mit allen Vieren wieder darauf zu. Heben es mit dem Maul auf, werfen es wieder in die Luft und fordern Euch offensichtlich dazu auf, dass Spielzeug in die Hand zu nehmen und mit Ihnen daran zu zerren.

Ich bin mir sicher, Ihr habt ein Bild dazu vor Augen…

Aber… freudig Bei-Fuss-gehen???

Aber wie kann diese Situation in der Fussarbeit entstehen? Wie kann denn Fussarbeit freudig sein?

Wenn der Hund doch gar nicht vor Euch sein darf? Wenn er gar nicht hochspringen und Euch erwartungsvoll anbellen darf? Wie kann Fussarbeit da freudig sein?

Sie muss freudig beginnen!! Mit all dem, wie wir „mit Freude erfüllt sein“ eben definiert haben!

Wir müssen die Hunde in genau solch eine Stimmung versetzen. Sie sollen so empfinden dürfen, wenn Ihr das Training zur Fussarbeit startet!

Hochspringen, vor Freude neben und vor Euch herspringen ist doch zu Beginn kein Fehler!!!!!!!

Es ist doch nichts, was man „deckeln“ muss, was man verbieten und bestrafen darf!!!! 

Es ist unsere Aufgabe, diese Freude dankbar zu nehmen und ganz vorsichtig in Bahnen zu lenken, in denen wir sie haben möchten: Euch anstrahlend, auf Eurer linken/ rechten Seite, mit Ausdruckskraft und Freude an der gemeinsamen Bewegung!!!

 

Es gibt kein „zu viel“ an Freude!!!!!

Wenn Ihr Euren Hund während des Trainings zum Spielen auffordert, indem Ihr ihm z.B. das Spielzeug zeigt, so ist das Hochspringen für den jungen Hund seine Möglichkeit, seinem Gefühl der Freude körperlich Ausdruck zu verleihen.

Und auch seine Möglichkeit, diese Gefühlswallung verarbeiten zu können.

Diese Lust, Freude und auch Energie, welche die Bewegung mit Euch zusammen im Hund auslösen, formen wir dann vorsichtig, z.B. mit einem sekundären Verstärker in eine bestimmte Richtung.

Wir loben, wenn der Hund neben Euch herläuft, aber nicht, wenn er an Euch hochspringt. Wir gestalten die Trainingssituation von vorne herein so, dass ein bestimmtes Bewegungsbild, im Fall der Fussarbeit die Gangart Trab, eine Position von Schulter auf Kniehöhe und ab und zu auch mal ein Blick des Hundes zu Euch sehr wahrscheinlich ist. Dies markieren wir dann als „Absolut grossartig!“.

Völlig ohne den Hund aktiv zu bremsen, seine Bewegung zu unterdrücken oder gar, den Hund zu brechen!!!

Nur wenn wir es schaffen können die erfüllende Freude am Spielen und sich mit Euch zusammen bewegen, zu bewahren, nur dann kann der Ausdruck „freudig“ in der Fussarbeit auch mehr sein als der fromme Wunsch, den man auf das Minimum, „Na ja, hat ja immerhin nicht die Rute zur Nase raus gucken“ runter reduzieren muss, damit überhaupt ein Hund/Hundeführerteam eine Chance hat, diesen Punkt erfüllen zu können.

Heelwork ist wie Marmelade....

Die Freudigkeit in der Fussarbeit kann man sich ein bisschen vorstellen, wie Marmelade kochen: Aus süssen fruchtigen Früchten, die aufgrund ihres Zustandes leider nur kurz zu geniessen sind, wollen wir eine herrlich fruchtige, lange haltbare Marmelade kochen. Aber anstatt etwas von der Süße wegzunehmen, müssen wir das Gegenteil machen!!!!

Wir fügen Zucker hinzu und gewinnen dadurch etwas, dass so fruchtig und süß ist wie die Erdbeeren. 

Dabei aber länger haltbar ist, und auch dann noch Freude bereitet, wenn längst der Winter gekommen ist!

Wir können es schaffen, die Freude am gemeinsamen Spielen, an der gemeinsamen Bewegung, in der Fussarbeit zu konservieren!!!

In dem wir etwas hinzufügen: nämlich großartige, ehrlich gemeinte und gut getimte Belohnung und dann ist das Ergebnis eine freudige ausdrucksstarke, sich wie Erdbeermarmelade im Winter anfühlende Fussarbeit!!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

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